#zerowasteaugust

Mit dem Ende des #plasticfreejuly habe ich beschlossen, dass das Ende der weltweiten Plastikverschmutzung noch lange nicht erreicht ist. Es muss weitergehen. Meine Challenge: Ver-zero-waste die Wohnung. Nichts leichter als das. Erster Schritt: Badezimmer.

Natürlich habe ich nicht ohne Grund das Badezimmer als erste Destination auserkoren. Mein Hintergedanke war „Wahnsinn Lisa, ur g’scheit – wenn du mit dem Bad anfängst musst du eh fast nichts machen. Die meisten Sachen sind ja eh schon plastikfrei und Mehrweg.“ Dummerweise habe ich nicht damit gerechnet, dass mein Karma oder mein Badezimmer, oder beide, sagt „In your face biatch – du kannst nichts und hier ist alles voll von Plastik. Muhahaha.“

Zero Waste Queen Bea Johnson eilt zur Rettung

Mit dem Gedanken „Ach, hier ist ja eh wenig Plastik“ im Hinterkopf, habe ich mein ganzes Badezimmer auf den Kopf gestellt, um dann verzweifelt fest zu stellen, dass es doch nicht so einfach ist, wie gedacht. Den Tränen nahe und aus lauter Angst vorm Versagen, habe ich, zusammen gerollt auf meinem Badezimmerboden, die einzige Person konsultiert, die in diesem Fall noch helfen kann. Bea Johnson. Autorin von Zero Waste Home und verpackungsfrei leben Queen schlechthin.

„The bathroom is probably the scond biggest source of recurring waste in the home“,

schreibt sie in ihrem Buch. Und recht hat sie. Auch mein Plastik-Haufen wird immer größer und in sämtlichen Laden und Badezimmerschränken entdecke ich längst vergessene Plastikleichen. Ups – da hat meine „Ich räume es einfach von A nach B und dann verschwindet es von selber“ Technik eindeutig nicht funktioniert.

Diese Fragen musst du dir stellen, wenn du ein plastikfreies Badezimmer haben willst

Deswegen muss es diesmal richtig sein. Von Grund auf. Jedes einzelne Teil in meinem Badezimmerschränken wird ganz genau nach den folgenden Kriterien inspiziert:

  • Ist es plastikfrei? Gibt es eine plastikfreie oder nachhaltigere Alternative?
  • Funktioniert es noch? Hat es sein Ablaufdatum überschritten?
  • Gibt es den Gegenstand in irgendeiner Form doppelt?
  • Verwende ich es regelmäßig?
  • Brauche ich es wirklich, oder habe ich es nur, weil man es einfach hat? Gibt es eine Alternative, die ich regelmäßiger verwende?

Das klingt jetzt vielleicht simple, aber mach das mal mit jedem Gegenstand. Da kommt dann schon einiges zusammen. Übrigens gilt das nicht nur für das Innenleben der Schränke, sondern auch für Dekomaterial und so netten Ramsch, mit dem man sein Badezimmer „verschönert“. Hier findest du eine Liste der Dinge, die keinen Platz mehr in meinem Badezimmer finden:

  • Duftkerzen
  • Irgendwelche Muscheln, Steine oder anderer Deko Blödsinn
  • 937826 Flaschen Parfum. Eines reicht. Wenn es leer ist, kaufe ich mir ein neues.
  • 937826 Brüsten. Eine Haarbürste und ein Kamm reichen vollkommen.
  • 937826 Handtücher. Ich habe 2 kleine, 2 große und 1 Badetuch. Wenn Gäste kommen, müssen sie sich eben was mitnehmen.
  • 937826 verschiedene Pinzetten. Eine reicht.
  • 937826 Sachen für Mani- und Pediküre. Ein Pflegeset, zwei verschiedene Farben, Über- und Unterlack reichen. Natürlich könnte man auch 100% auf Nagellack verzichten, aber ich taste mich mal langsam heran. Mehr dazu gibt’s ganz unten im Blogpost.

Zero Waste Alternativen für ein nachhaltiges Badezimmer

So jetzt aber endlich zum spannenden Teil dieses Blogposts: den Alternativen.

Hierbei handelt es sich übrigens um Dinge, die ich selber verwende. Mittlerweile gibt es tausende Alternativen – am besten ihr googelt einfach danach, oder schaut bei anderen BloggerInnen nach. Die meisten Dinge bekommt man mittlerweile in Verpackungsfreien Supermärkten. Also super easy und eigentlich sollte es hier keine Ausreden geben.

Herkömmlich

Zero Waste Alternativen

Mundhygiene

Zahnbürste (normal oder elektrisch) Kompostierbare Zahnbürste aus Bambus
Zahnpasta Zahnkreide oder Zahnputztabs
Zahnseide Verpackungsfreie Zahnseide, kompostierbar
Mundwasser/ -spülung DIY Mundwasser/ -spülung

Gesicht

Abschminkzeug Kokosöl
Wattepads Widerverwendbare Wattepads entweder kaufen oder DIY
Reinigung Gesichtsseife in fester Form
Toner Apfelessig
Pflege Öl z.B. Jojobaöl kommt in Glasflaschen#
Ich habe noch Gesichtscreme von meiner TCM Ärztin – ist in einer Aluminiumverpackung. Auch nicht ideal, aber die Creme vertrage ich am besten. Wenn du unproblematische Haut hast, sind Öle super. Ansonsten rede einfach mal mit deinem Hautarzt.

Augen

Kontaktlinsen Brille

Laserbehandlung (Ich betreibe diesbezüglich gerade Recherche. Eventuell kann ich euch bald mal was dazu erzählen)

Haare

Shampoo Festes Shampoo
Conditioner Fester Conditioner oder Saure Rinse mit Apfelessig
Maske Kokosöl
Billige Bürste aus Plastik Qualitativ hochwertige Bürste aus Holz
Billiger Kamm aus Plastik Qualitativ hochwertiger Kamm aus Holz
Föhn Föhn = aber das ist ja auch Mehrweg und im Idealfall hat man den einige Jahre.
Rasierer Rasierhobel
EpiliererDauerhafte Haarentfernung mit Laser

Körper

Bodylotion Mandelöl – geht aber auch Kokos, Oliven etc.
Seife Feste Seife

Damenhygiene

Tampons, Binden etc. Menstruationskappe

Augen

Kontaktlinsen Brille

Laserbehandlung (Ich betreibe diesbezüglich gerade Recherche. Eventuell kann ich euch bald mal was dazu erzählen)

 

Zero Waste Badezimmer Fails

Natürlich läuft nicht immer alles wie am Schnürchen. Aber auch das möchte ich euch nicht vorenthalten. Vielleicht finden wir ja gemeinsam Alternativen!

  • Rasierhobel dürfen nicht ins Handgepäck mitgenommen. Immerhin könnte ich ja jemanden mit der Rasiermesserklinge aufschneiden. Daher: Entweder vor dem Urlaub rasieren / epilieren oder Haare wachsen lassen oder einen „Plastik-Urlaubs-Rasierer“ mitnehmen. So habe ich das gemacht. Ich hab meinen alten, nicht plastikfreien Rasierer immer noch und verwende ihn ausschließlich auf Reisen und auch nur dann, wenn ich mit einem Flugzeug fliege. Dadurch ist die Lebensdauer automatisch recht lange.
    Die super Zero Waste Langzeitalternative ist übrigens die dauerhafte Haarentfernung. Die ist allerdings etwas kostenintensiver.
  • Kann ich ohne manikürte Nägel leben? Das ist eine Frage, die mich jetzt schon einige Tage beschäftigt. Ich bin gerade dabei, es herauszufinden, aber ich glaube meine Antwort lautet nein. Ich mag Nagellack und ich finde es total schön. Allerdings fällt da auf mehreren Ebenen recht viel Müll an. Fürs erste habe ich mich dazu entschlossen, mein Nagellacksortiment auf zwei verschiedene Farben sowie Über- und Unterlack zu reduzieren.
  • Dekorative Kosmetik: Ja, dekorative Kosmetik befindet sich auch im Badezimmer. Nein, die ist bei mir nicht besonders Zero Waste. Allerdings habe ich beschlossen, sie auszugliedern und als eigene Kategorie zu sehen. Das wird jedoch noch dauern, weil ich die Sachen, die ich jetzt habe, gerne noch aufbrauchen würde. Also bitte etwas Geduld.
  • Medizin, Arzneimittel und Co.: Das ist auch so ein Ding. Hier gibt es unheimlich viele Hausmittel, die sich ganz toll einsetzen lassen, bevor man zur Apotheke rennt. Natürlich ist das nicht immer möglich und das ist mir bewusst. Aber hier gilt: Weniger ist mehr! Was brauche ich wirklich? Was ist abgelaufen? Was verwende ich nie?

Mein Zero Waste Badezimmer wird mich noch länger beschäftigen. Manche Dinge, die ich jetzt verwende, finde ich noch nicht ganz optimal. Einiges werde ich noch ändern und verbessern. Aber im Großen und Ganzen ist es das. Plastikhaltige Alternativen kommen mir nicht mehr ins Haus.

Falls euch irgendetwas abgeht, ihr andere Alternativen oder Ideen habt, dann schreibt mir doch einfach einen Kommentar. Das größte Hindernis, dass ich im August noch versuche zu lösen: Handcreme. Was nehmt ihr da? Und Zero Waste Sonnencreme? Gibt es da gute Alternativen?

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