The end of plastic

-freejuly.

[Achtung dieser Absatz enthält langweilige WERBUNG. Wenn dich das nicht interessiert, springe einfach zum nächsten Absatz, aber bitte sei dir bewusst, dass du etwas verpasst.]
So. Vier Wochen ohne Plastik sind vorbei und ich habe natürlich nicht, wie eigentlich geplant, jede Woche berichtet. War auch irgendwie klar. Aber dafür gibt es meine 5 Artikel auf energieleben.at. Du findest sie hier unter diesem Link. Schau sie dir auf jeden Fall an, sie sind toll. Wenn du auch willst, dass ich für dich oder dein Unternehmen blogge, dann schreib mir.
[WERBUNG ENDE]

Wie dem auch sei, hier kommt mein Fazit: Am Ende der zweiten Woche habe ich mich irgendwann gefragt, wo denn das Problem ist. Also natürlich ist mir das Problem von Einwegplastik bewusst. Immerhin habe ich dazu genug Blogposts geschrieben, genug Artikel gelesen und oft genug bei Videos von aufgeschnittenen Walbäuchen geheult (und mich ein bisschen übergeben, weil es wirklich eklig ist).

Ich verstehe das Plastik-Problem nicht

Was ich damit eigentlich meinte ist: Ich verstehe nicht, wieso es zu einem Problem werden konnte. Gerade in Österreich! Wir sind so ein privilegiertes Land! Und gerade in Wien – das ist die Stadt mit dem aller aller besten Leitungswasser überhaupt. Es gibt kein Szenario, das auch nur irgendwie rechtfertigt in Wien Wasser aus einer Plastikflasche zu trinken. Wenn du das tust, bist du selber schuld und verpasst was. Wiener Leitungswasser ist der neue Gin Tonic. Wenn du cool sein willst, trinke es aus einem Glas oder einer Mehrwegflasche.

Ergo dürften Plastikflaschen eigentlich nicht existieren. Wenn du dir jetzt aber denkst „Ich will aber, dass mein Wasser prickelt, mimimi“, dann bist du sowieso nervig und vermutlich eine ziemliche Prinzessin / ein ziemlicher Prinz auf der Erbse. Außer du bist Michi Häupl und redest von Spritzwein. Dann ist es okay.

Wenn du trotzdem drauf bestehst, dann kauf dir bitte einfach einen Soda-Stream. Problem gelöst. (Ich habe übrigens einen. #ichbinmichihäupl)

Oh und alle, die irgendwelche lustigen, zuckerhaltigen Getränke mit bunten Farben trinken: mach’s einfach nicht. Ich meine ganz ehrlich: das schaut schon ungesund aus. Und wenn wir uns ehrlich sind, auch ein bisschen eklig. Ist dir wirklich noch nie aufgefallen, dass die bekanntesten dieser Getränke ein bisschen die Farbe von festen und flüssigen Exkrementen habe? Denk drüber nach und danke mir später, wenn du sie nie wieder trinkst.

Das leidige Thema mit dem Coffee-to-go

Okay, das ist schon etwas schwieriger. Ich habe zwar einen Mehrweg-Thermobecher für Kaffee, den ich gerne wie den Heiligen Gral vor mir hertrage um allen Menschen zu zeigen „Schau mich an, ich bin so viel besser als du und rette die Weltmeere, während deinetwegen Delfine sterben“. Aber ehrlicherweise bin ich auch nicht besser. In diesem Monat waren es, glaube ich, drei Coffees-to-go. Vornehmlich auf Reisen oder wenn ich im Ausland war.

Aber: Ich habe mich jedes Mal schlecht gefühlt und bei dem Plastik-Gott-Universum dafür entschuldigt, dass meinetwegen ein Meereslebewesen stirbt.

Wie dem auch sei, hier kommt meine Moralpredigt: Wenn du nicht darauf warten kannst, bis du im Büro / Arbeit / Kaffeehaus bist, um deinen Kaffee zu trinken, dass kauf dir verdammt noch mal einen Mehrwegbecher. Es ist nicht so schwierig.

Hier eine kurze Gebrauchsanweisung:

  • Du nimmst den leeren Becher am Vorabend und stellst ihn direkt vor deine Eingangstüre oder noch besser: zu den Schuhen, die du am nächsten Tag anziehen wirst.
  • Dann kommst du in der Früh nicht drum herum, den Mehrwegbecher zu bemerken und nimmst ihn mit.
  • Beim Bäcker (oder wo auch immer) angekommen hältst du ihm stolz den Becher hin und gibst deine Bestellung auf.
  • Zahlen, genießen und die Umwelt retten.
  • Fertig.

(Memo an mich selber: Nimm den blöden Mehrwegbecher mit auf Reisen mit!)

Obst und Gemüse in Plastik verpackt?

Ich bin ein 1-Personen-Haushalt. In den meisten Fällen eigentlich ein 0-Personen-Haushalt, weil ich so selten zu Hause bin. Damit falle ich aus dem lustigen Marketing Gag der Supermärkte, der „in der Familienpackung ist es günstiger“ Strategie, heraus. Ich brauche keine drei Paprika oder ein Kilo Äpfel. Wann soll ich das essen? Foodwaste und vor allem das große Thema der Kostenfrage waren daher der eigentliche Motivationsgrund, um auf Märkten einkaufen zu gehen. Hier gibt es alles einzeln. Praktischerweise ist es auch noch unverpackt.

Eine super Alternative zu Märkten sind auch noch Bio-Supermärkte oder auch türkische Supermärkte. Mittlerweile findet man auch in normalen Supermärkten einiges – aber leider noch lang nicht alles – unverpackt.

Wieso kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Natürlich kannst du es dir einfach machen und ab jetzt nur mehr und ausschließlich in verpackungsfreien Supermärkten einkaufen. Aber seien wir uns ehrlich: Solange du nicht von zu Hause arbeitest und im Lotto gewonnen hast, wird das wohl eher nicht passieren. Die Idee hinter Verpackungsfreie Supermärkte ist toll und wird sich hoffentlich auch weiterhin durchsetzen und ausbreiten, aber solange es sie nicht an jeder Straßenecke gibt oder am nach-Hause-Weg liegen (ODER DU IM LOTTO GEWONNEN HAST, WEIL SIE SIND MEGA TEUER), sind sie für mich eher die Luxus-Ausnahme-Situation.

Fazit von einem Monat plasticfreejuly

Aber was ist mit dem Rest? Vermutlich denkst du dir jetzt „Okay, schön und gut. Du trinkst Leitungswasser und ernährst dich ausschließlich von Obst und Gemüse. Natürlich produzierst du da kein Plastik. Aber was ist mit den Normalsterblichen von uns, die gerne mal Schokobons und Butter essen?“. Tja, ihr könnt die Weltmeere nicht retten. Sorry. Wegen euch sterben weiterhin Wale.

Nein, Spaß beiseite: Ich habe die letzten Wochen vergleichsweise wenig Plastik produziert, weil ich einfach noch viel zu Hause habe. Und ich habe den #plasticfreejuly für mich so ausgelegt, dass ich versuche kein Einwegplastik NEU zu kaufen. Also die zwei Kilogramm Nudeln, die ich seit vier Wochen zu Hause liegen hab, zählen nicht.

Und ich lebe zwar schon in einer Ökoblase, aber natürlich nicht hinter dem Mond. Keinen Plastikmüll zu produzieren ist schwierig, wenn man nicht gewillt ist, sein Konsumverhalten zu ändern. Natürlich kann ich nicht in den Supermarkt reingehen und erwarten, dass ich ganz ohne Plastik hinauskomme. Aber es gibt Alternativen. Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse und sogar Blumen kann ich am Markt kaufen. Brot, Gebäck und Mehlspeisen ( —> letzteres auch gerne wieder öfter selber machen) beim Bäcker. Viele „trockene“ Sachen gibt es in Papier verpackt oder in Gläsern und wenn es doch mal hart auf hart kommt, dann greife ich tatsächlich zu der Familiengroßpackung -zum Beispiel bei Nudeln.

Ich bin auch nur ein Mensch und meilenweit davon entfernt, perfekt zu sein. Aber ich versuche es halt einfach. Und der plasticfreejuly war für mich selber eine Möglichkeit, ganz bewusst darauf zu achten, was ich eigentlich kaufe. Und wo. Und vor allem wann unnötiger Plastikmüll beim Einkauf entsteht.

[Featured Image: Photo by Hermes Rivera on Unsplash]


Mehr zum Thema #plasticfreejuly findest du hier:

 

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