Lessons learned: Sommerfrische Fail

Jeder braucht mal eine Auszeit. Selbst ich. Und was eignet sich da besser, als ein Ausflug aufs Land? Mit Land meine ich im diesem Fall Innsbruck.

Schneller als ein Pfitschipfeil, habe ich mir ein Bus-Ticket in die tirolerische Hauptstadt gekauft und saß letzten Freitag gespannt wie ein Kleinkind zu Weihnachten im Fernbus Richtung Berge.

Schon bei der Hinfahrt war ich ganz hin und weg. Ich liebe nämlich Innsbruck. Bisher war ich zwar nur vier Mal dort – eine ziemlich dürftige Bilanz dafür, dass ich die erste bin, die „Oh mein Gott ja! Innsbruck ist soooo toll“ schreit, sobald irgendjemand davon redet.

Expectations:

Aber in meiner Vorstellung war auch alles – wie so oft – total romantisch und perfekt: Eine entspannte Busfahrt nach Tirol, die Berge immer im Blick. Man steigt aus, riecht die frische Luft, entspannt zwei Nächte vom stressigen Praktikumsalltag und kommt total relaxt und voller Energie am Montag zurück ins Büro.

Reality:

Der Münchner ZOB gleicht an einem Freitag der Allianz-Arena bei einem Bayernspiel. Anscheinend bin nicht nur ich auf die Idee gekommen, übers Wochenende wegzufahren. Komisch. Der Bussteig wechselt mindestens vier Mal und ich werde schon leicht nervös. Was, wenn ich den Bus verpasse? War’s das dann, mit meinem entspannten Ausflug aufs Land?

Mit zwanzig Minuten Verspätung und einer ordentlichen Portion Regen, den ich abbekommen habe, weil es natürlich genau in der Minute beginnen musste, in der ich nicht im Schutz einer Betonmauer stand, ging es dann doch los in Richtung Berge.

Der Bus war übervoll. Genauso wie die Toilette. Ach ich liebe diese Fernbusse. Zwei Stunden lang riecht es nach Schweiß und Exkrementen. Toll. Genauso startet ein entspanntes, erholsames Wochenende. #dankeflixbus

Okay tatsächlich war es nur halb so schlimm und nach zwei Stunden Leid war ich auch schon wieder auf heimischen Boden. Oh du schönes Österreich!

Beim Aussteigen riecht es allerdings auch nicht nach Landluft (wieso dachte ich das? Innsbruck ist halt doch auch eine Stadt!), sondern nach Tankstelle und Autoabgasen. Außerdem hat es gefühlte fünf Grad. Gut, dass ich nichts warmes zum Anziehen mit habe.

Doch das richtige Übel kommt erst: Anstatt zu entspannend, Kühe zu streicheln und nichts zu tun, sind wir aus gegangen. Und Ausgehen in Innsbruck bedeutet immer absolute Übertreibung und Untergang.

Als würden die Innsbrucker nur darauf warten, dass die Nacht herein bricht und sämtliche Souvenir Geschäfte ihre künstlichen Kuhglocken und Filzhüte von den Straßen räumen. Mit einem Schlag füllen sich die Gassen mit partywütigen, alkoholisierten Tirolern, die vor allem eines wollen: Sich amüsieren.

Auf eine bizarre Art und Weise erinnert mich Innsbruck jetzt an Mallorca – aber ich finde es toll und bin natürlich sofort mittendrin.

Danach ist gefühlt das hier passiert:


Den Tag darauf verbringe ich in der Embryo-Stellung mit Netflix und asiatischem Lieferservice-Essen auf der Couch. Soviel zu Sommerfrische am Land, in der Natur, auf den Bergen. Der einzige Gipfel den ich am Samstag besteigen könnte, war der Sessel in der Küche, und das auch nur, weil sie vergessen haben, Stäbchen mitzuliefern.

Tja. Es kommt eben nicht immer alles wie geplant. Manchmal muss man die Vodka-Shots eben so trinken, wie sie kommen. Im August starte ich einen zweiten Sommerfrische-Versuch. Vielleicht klappt es ja das nächste Mal.

Für ein paar Fotos und ein Eis beim Tomaselli habe ich es dann übrigens doch noch geschafft:

 

 

Tschüss. Baba. Servus.

 

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