#plasticfreejuly oder: Wieso das nicht so gut funktioniert

Es ist #plasticfreejuly. Das bedeutet, dass man den ganzen Juli über versucht, auf Einweg-Plastik-Sachen zu verzichten. Das ist natürlich eine tolle Idee und ich habe versucht, da mitzumachen. Die Idee dahinter ist simpel: Es soll Aufmerksamkeit für das Problem von Einweg-Wegwerf-Plastik geschaffen werden.

Dass wir aber nicht alle über Nacht Naturschützer-Heilige à la Maddie von DariaDaria werden können, liegt dabei auch auf der Hand. Und sogar ich, die ja immer ganz gerne so tut, als wäre sie die neue Ökokoryphäe schlechthin, bin an dieser Challenge kläglich gescheitert.

 

Denn ehrlicherweise habe ich einfach nur einen nachhaltig-motivierten Grund gebraucht, um mir fancy Trinkflaschen und überteuerte Mehrweg-Kaffeebecher, die ich sowieso ständig irgendwo vergesse, zu kaufen.

Eigentlich sollte dieser Blogpost darüber berichten, wie unglaublich toll und vorbildlich ich die #plasticfreejuly Challenge meisterte, aber ich habe mich jetzt doch für die ehrliche Variante entschieden.

Ich habe tatsächlich das Gefühl, seit dieser Challenge mehr Plastik zu produzieren, als davor und jeden Tag in der Früh versetzt es mir einen Stich ins Herz und ich sehe vor meinem geistigen Auge, wie sich eine Krabbe oder eine Schildkröte in dem Plastikbecher verheddert, aus dem ich gerade meinen viel zu heißen, viel zu wässrigen Kaffee vom U-Bahn Bäcker trinke.

 

Wieso ich nicht einfach meinen tollen Becher mitnehme und befüllen lasse, kann ich euch tatsächlich nicht erklären. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich mit der Stainless Steel Wasserflasche und dem Maison Jar Gläsern, in denen ich mein Mittagessen transportiere, bereits so fühle, als würde ich auf einen mehrwöchigen Campingurlaub in die Wildnis fahren.

Was eigentlich simple klingt und ich als „liebe, einfach Idee“ abgewinkt habe, entpuppt sich als tatsächliche Herausforderung. Ich habe jetzt noch 18 Tage Zeit, mich ihr zu stellen. Eventuell sollte ich meinen Mehrwegbecher mal suchen gehen.

 

Tschüss. Baba. Servus.

Zahlen, Daten, Fakten

Jährlich werden zwischen 60 und 300 Millionen Tonnen Plastik produziert (Quelle: GLOBAL2000). Alleine in den ersten 10 Jahren dieses Jahrhunderts wurde mehr Plastikmüll produziert, als in den 90ern. Die Folgen sind verheerend: Denn Plastik braucht bis zu 500 Jahre, um vollständig zu verrotten.

Außerdem prognostizieren Experten, dass es bereits im Jahr 2050 mehr Plastik im Meer geben wird, als Fische. Schon jetzt gibt es zahlreiche schwimmende Plastikmüllhalden im Meer, Strände werden übersät mit den Müllresten – mittlerweile kann man das Ausmaß der Verschwendung sogar vom Weltall aus sehen.

Doch nciht nur Tiere leiden unter dem Überfluss an Plastikmüll. Auch für Menschen kann es ein gefährliches Ausmaß annehmen. So schreibt EatMoveFeel auf ihrer Seite

„Häufig wird Kunststoffen BPA wegen ihrer widerstandsfähigen Eigenschaften zugesetzt, um sie haltbarer zu machen. Das BPA wurde in der Vergangenheit aber auch in Tierfutter gemischt, um z.B. Kühe und Hühner dazu zu bringen mehr Gewicht zuzunehmen.“

Das alleine ist eiegtnlich schon beunruhigend genug. Aber BPA hat auch einen starken hormonellen Einfluss und kann im Körper die Wirkung von Östrogenen nachahmen, was zu Übergewicht und hormonellen Problemen führen kann.

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2 Kommentare zu „#plasticfreejuly oder: Wieso das nicht so gut funktioniert

  1. Ich bin jetzt bei weitem kein zero waster (will dich also nicht belehren oder so) aber für mich klingt es so, als ob du an deiner eigenen Faulheit scheiterst (und wer tut das bitte nicht?^^) und vllt. auch an dem, was du so indirekt angemerkt hast, dass zero waste diese hippe neue Welle ist, auf der man sich mit gutem Gewissen trendige Gläser und Edelstahl-Wasserflaschen kaufen kann. Vllt. solltest du es etwas langsamer angehen lassen und dafür langfristiger denken als nur den Juli. Denn, wenn du das Gefühl hast, mehr Plastik zu verbrauchen, ist doch wohl irgendetwas an deinen Methoden verkehrt 😉
    Und wenn der Kaffebecher bei dir so eine große Problemzone ist, kannst du ihn ja auch priorisieren und dafür andere Sachen kurzzeitig nach hinten verschieben? Andere Problemzonen als den Kaffebecher hast du ja nicht erwähnt…
    Dass man so viele Sachen mit sich herumschleppen muss, ist, glaube ich, einer der größten Nachteile von Zero Waste und eine der größten Hemmschwellen. Da muss jeder dann selbst überlegen, ob er seinen inneren Schweinehund besiegt und es konsequent umsetzt, oder eben nicht. Teilweise auf Müll zu verzichten ist aber immer noch besser als gar nicht.

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    1. Danke für deinen Kommentar. Teilweise gebe ich dir natürlich Recht bei deiner Kritik. Ich hab den Blogpost ja auch geschrieben um zu zeigen, dass es nicht so einfach ist. Normalerweise sieht man bei so Öko-Blogs wie meinem ja nur, wie toll Nachhaltigkeit ist und wie wunderbar einfach. Aber dahinter steckt jede Menge Arbeit und Vorbereitung. Und natürlich ist es ein herber Rückschlag, wenn du dann 2 Tage hintereinander deinen Thermosbecher verlegst und plötzlich 2 Coffee to go Becher pro Tag „produzierst“ und einfach wegschmeißt. Vor allem, wenn du dir vorgenommen hast, das eigentlich genau jetzt noch konsequenter nicht zu tun. Deswegen meinte ich,dass ich das Gefühl habe, dass ich mehr Plastik produziere als normalerweise – vermutlich tue ich das nicht aber es fällt mir einfach mehr auf. Und genau darum geht es doch auch, oder? Bewusstsein dafür zu schaffen, wieviel Müll so ein Coffee to go Becher eigentlich ist. Und, wenn du den Blog kennen würdest oder noch andere Beiträge lesen würdest, dann wäre dir klar, dass es sich bei dem Ganzen um ein größeres Projekt handelt und so nette Challenges wie diese einfach auch ein guter Weg ist, den Nachhaltigkeitsgedanken ‚unter die Leute‘ zu bringen. Und genau darum geht es mir. Leute darauf aufmerksam zu machen.

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