„ich bin student“ zählt hier nicht

ich hab das jetzt schon ein paar mal gehört. und ich will wirklich niemanden missionieren und noch weniger mit erhobenen zeigefinger dastehen und sagen “aaah nein, das ist böse” aber und jetzt kommt ein großer ABER die ausrede “ich bin student, ich kann mir fairfashion nicht leisten” zählt sowas von absolut nicht. das ist in dem fall einfach die kurzversion von “Ich bin zu faul um mich über alternativen zu informieren und mir gedanken über mein konsumverhalten zu machen”.

betrachten wir das ganze mal objektiv und bitte beantworte dir die folgenden fragen ganz ehrlich für dich selbst:

  • wie oft hast du schon etwas gekauft, weil es im angebot oder sale war?
  • wie oft hast du diesen kauf bereut?
  • wie oft hast du etwas für “einen besonderen anlass” gekauft und danach nie wieder angezogen?
  • wie oft hast du einfach irgendetwas gekauft, weil du gerade geld oder lust oder zeit hattest oder weil dir einfach langweilig war?
  • wie oft hattest du die sachen dann wirklich an?

es geht hier gar nicht so sehr darum, dass jeder und jede ab sofort nur mehr fairfashion kauft, aber es geht sehr wohl darum, dass wir unser konsumverhalten kritisch betrachten und dazu gehört eben auch, einfach mal einen kritischen und vor allem ehrlichen blick in den kleiderschrank zu werden. hand aufs herz – die meisten von uns haben doch nicht mal mehr platz für neues, empfinden aber trotzdem das gefühl des “nichts zum anziehen zu haben”. klar haben wir alle unsere lieblingssachen, die wir ständig tragen, manchmal sogar so lange bis sie schon beim bloßen hinschauen auseinander fallen, aber wenn die mal in der wäsche sind, ja dann stehen die meisten halt auch haare raufend vorm kleiderschrank – der übervoll vor sich herquillt. Und warum ist er überfüllt? (tata preisfrage) richtig – wegen all der oben so schön aufgezählten fehlkäufe.

meiner meinung nach, ist das thema “nachhaltigkeit im kleiderschrank/ fairfashion / bewusst kaufen/ oder-wie-man-es-auch-immer-nennen-will” keine frage des geldes, sondern eine frage des umdenkens. kein mensch braucht nämlich 14 hosen, 29 t-shirts, 15 blusen, 8 verschiedene jacken und 35 paar schuhe. es wird uns nur vorgegaukelt, dass wir es brauchen und wir, gutgläubige menschen die wir sind, fallen auch noch drauf rein.

aber nicht mit mir! liebe leute, ich stehe jetzt ganz kurz, wirklich nur ausnahmsweise und nur für ein paar sekunden, mit erhobenen zeigefinger vor euch und sage jetzt in meiner super selbstbewussten lehrerkind-engelsstimme “bitte denkt vorher nach, bevor ihr random irgendetwas einkauft. es tut euch gut, es tut eurem geldbörsl gut, es tut der umwelt gut. weniger ist manchmal mehr und das ist in diesem fall kein abgedroschener spruch sondern bitterer ernst. fast fashion ist nicht gut. fast fashion ist böse. fast fashion ist langzeitlich gesehen viel teurer als bewusstes kaufen.
moralischer vortrag ende.

alternativen zu “teuerer” fairfashion

  • second hand
  • kleiderkreisel
  • kleidertauschpartys
  • sich zum geburtstag/weihnachten/diplomfeier ein tolles, faires stück schenken lassen
  • nicht ständig geld bei großen textilketten raushauen, sondern sich bedacht wenige, gute stücke kaufen
  • kaufverhalten kritisch betrachten und hinterfragen
  • auch bei fairfashion gibt’s sale 😉

und jetzt noch ein wichtiger punkt um zu verdeutlichen, dass fast fashion schadet und dass es tolle bewegungen, wie die fashion revolution gibt, die dagegen steuern:

am 24. april 2016 jährt sich zum 3. mal der einsturz des fabrikgebäudes rana plaza in bangladesch.
1.138 textilarbeiterInnen kamen ums leben, mehr als 2.500 wurden schwer verletzt. sie wurden von den fabrikbetreibern unter androhung ihrer entlassung gezwungen, zur arbeit zu erscheinen, obwohl das gebäude wegen schwerer baumängel am tag zuvor behördlich gesperrt worden war. um 9.00 uhr früh stürzte der achtgeschossige fabrikkomplex ein. (bitte dran denken, wenn du das nächste mal bei der kassa einer nicht nachhaltigen textilkette stehst.) (http://fashionrevolution.org/country/austria/ )
—> deswegen gibt es die fashion revolution. sie stellt sich auf die beine, damit ein einsturz eines fabrikgebäudes nicht noch einmal passiert, damit nicht noch einmal so viele menschen ihr leben lassen müssen! super viele infos zum thema, aber auch zum mitmachen findet ihr auf oben genannten link.

danke!

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